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Ortsheimatpflege Chronik Denkmäler Dransfelder Rampe

Zusammengestellt vom verstorbenen OHPfl. Eckhard Kupke und Ursula Huck im Jahre 2002
 

Groß Ellershausen liegt am Hang des Leinetales, fünf Kilometer westlich der Stadt Göttingen und ist seit 1. Januar 1973 Ortsteil dieser Stadt. Die Gemarkung ist seit dem 1. September 1966 ins „Landschaftsschutzgebiet“ Leinebergland aufgenommen. Die gesamte Gemarkungsfläche umfasst 390 Hektar, einschließlich 77 Hektar Wald.

1950 wurde ein Gemeindewappen eingeführt: Im goldgelben Schild ein rotes Rehgeweih. Das Zeichen wurde als Symbol der Jagd frei gewählt.

Groß Ellershausen ist überwiegend Wohngemeinde, in der noch ein landwirtschaftlicher Vollbetrieb erhalten ist.

Die Einwohnerzahl beträgt 1428 (1999) gegenüber 286 im Jahre 1939. Groß Ellershausen hat seit 1945 einen großen Wachstumsprozess erlebt, so dass man nicht mehr von einem reinen Dorf im üblichen Sinne sprechen kann. Dies sagt auch die Bevölkerungsstatistik aus. Die Aufteilung ist etwa so:

Altes Dorf:                                25%

Alte Siedlung:                           20% nach 1945

Neue Siedlung:                         55% nach 1966

Jetziges Neubaugebiet:            5%

Erste Besiedlungsspuren in der Umgebung von Groß Ellershausen weisen bis in die jüngste Steinzeit zurück. Die große Zahl der Fundstellen westlich der Leine deuten schon auf eine Besiedlung in der „Bandkeramik“ hin. So fand man in der Gemarkung Groß Ellershausen 1934 bei dem Bau der Autobahn das berühmte „Hockergrab“.

Eine erste Nennung unseres Dorfes als „Aliereshusun“ finden wir in der „Corveyer Tradition“ im Jahre 989, so dass wir 1989 1000 Jahre alt waren. Ein weiterer Hinweis auf das Alter ist auch durch den Ortsnamen gegeben, denn die Dörfer, die mit „hausen“ enden, entstanden in unserem Raum in der Zeit vom 6. Bis 10. Jahrhundert. Die Hausen-Orte wurden zumeist von geistlichen oder weltlichen Grundherren angelegt. In der Regel führten diese Orte den Namen des Gründers in dem Ortsnamen fort. In unserem Falle hieß nun Ellershausen „Aliereshusun“. Der Name Allio-Elli-Etheler sind aber gleiche Namen. Sie gehören der Sippe der Esikonen an. Von 1302 an ist für unseren Ort nun der Name „Elderikeshusen“ überliefert. Und schon im Jahre 1574 erscheint der Name „Ellershausen“ in einer Urkunde von der Herrschaft der Plesse. Der mehrere Jahrhunderte gültige Name lautet Ellershausen und wurde am 1. Oktober 1932 in Groß Ellershausen umbenannt, um ihn von dem Ort Ellershausen vor dem Walde, Kreis Hann. Münden, zu unterscheiden.

Einen weiteren Hinweis über das Alter beziehungsweise die Gründungszeit unseres Dorfes gibt uns der Kirchenname St. Martini. Man kann davon ausgehen, dass diese Kirchengründungen in die fränkische und nachfränkische Zeit, also etwa 621 bis 740 zurückfallen. Wir haben eine St.Martini-Kirche und unser Kirchturm war früher (nachweislich) ein Wohnturm und gilt als ältestes Bauwerk in der südniedersächsischen Region. Ab 1657 wurde Ellershausen der Parochie Settmarshausen zugeordnet. Das blieb bis 1974. Dann wurde die bis dahin selbständige „St. Martini“-Kirchengemeinde aufgelöst und der Mariengemeinde Hetjershausen angegliedert.

Margarethe von Elderikeshusen, Witwe des Dietrich von Elderikeshusen (letzte Herrin von Ellershausen), ging 1312 in das Damenstift des Klosters Lippoldsberg. Einen großen Teil ihrer Ländereien schenkte sie dem Kloster Lippoldsberg und weitere Ländereien dem Heiliggeist-Hospital und der Marienkirche in Göttingen. 1582 sind die Lippoldsberger Ländereien endgültig wieder in Ellershäuser Besitz übergegangen, das bezeugen auch heute noch die Flurnamen.

Groß Ellershausen hatte durch seine Höhenlage zur Stadt Göttingen und zur Nähe der alten Heerstraße viele Nachteile, vor allem aber wegen der Zugehörigkeit zur Stadt, wie Grone, Holtensen und Rosdorf auch.

Im 30jährigen Krieg hatte Tilly 1623 sein Lager auf der „Schanze“, Wallenstein 1625 und die Schweden 1632. Dies führte zwangsläufig zu Ausraubungen und Brandschatzungen. 1758, während des Siebenjährigen Krieges, war unser Dorf das Feldlager des Freikorps Fischer, der als besonders rücksichtslos galt. Zu erwähnen ist noch die Schlacht auf den Streitäckern um 1387 am 22. Juli von Herzog Otto dem Quaden mit den Göttinger Bürgern.

Die Anzahl der landwirtschaftlichen Gehöfte bewegte sich seit 1585 um 25 Stück. Im 30-jährigen Krieg war die Anzahl auf 13 gesunken. Erst 1687 konnte die Zahl des Vorkriegszustandes wieder erreicht werden. Bis um 1825 blieb die Anzahl der Gehöfte konstant.

Erst durch die Ablösungsverordnung von 1833 mit der Stadt Göttingen und die damit verbundene Neuordnung der landwirtschaftlichen Betriebe wurden einige Gehöfte aufgelöst; so gab es 1875 nur noch 18 Hauptbetriebe, aber auch schon 7 Nebenerwerbsbetriebe und 5 Handwerker. Sie hielten Ziegen, Schweine, Hühner und Gänse. Weiter gab es 2 Gastwirtschaften mit Landwirtschaft.

Durch den Bau der Eisenbahn Göttingen – Kassel von 1854 – 56 fanden viele Ellershäuser Arbeit. Die Eisenbahn wurde am 31. Mai 1980 stillgelegt.

1949 wurde mit der Gemeinde Hetjershausen ein Wasserverband gegründet, mit dem Zweck, von der Springmühle über Hetjershausen nach Groß Ellershausen eine Wasserleitung zu bauen. Im Herbst 1950 war diese fertig und jedes Haus angeschlossen. Die Kanalisation erfolgte 1955.

Die Elektrifizierung der Gemeinde Groß Ellershausen begann im Sommer 1914, konnte aber durch den Ausbruch des Ersten Weltkrieges nur schleppend durchgeführt werden. Erst im September 1917 war das Ortsnetz fertig.

Ab 1657 gab es eine Dorfschule, die 1783 durch einen Neubau ersetzt wurde. 1883 wurde daneben eine größere Schule  errichtet, die aber nach dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr ausreichte. 1971 wurde sie abgerissen.

Nach Gründung des Schulzweckverbandes 1966 zwischen den Gemeinden Hetjershausen, Groß Ellershausen und Knutbühren konnte 1968 die neue Schule für alle drei Gemeinden eingeweiht werden. Sie steht zwischen Groß Ellershausen und Hetjershausen auf dem Mittelberg, und es gehört eine Sporthalle und ein Sportgelände dazu.

In Groß Ellershausen gibt es 7 rührige Vereine. Es sind:

                                    die Feuerwehr

                                    der Heimatverein

                                    die Sportvereinigung

                                    das DRK

                                    die Kyffhäuser

                                    der Junggesellenverein

                                    die Jugend-Disco 2000

57% der Bevölkerung gehören mindestens einem Verein an.

Groß Ellershausen ist auch heute noch ein lebendiges und - von der Lage her - ein schönes Dorf, in dem es sich zu leben lohnt.


Copyright © 2008 Groß Ellershausen, ein Ortsteil von Göttingen
Stand: 04.11.14